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Kurzbericht über eine Traumwoche bei Mike Wiegele:

Es begann bereits alles mit einer Superstimmung bei der Anreise - unsere Österreichergruppe, bestehend aus Steirern, Niederösterreichern, Wienern und einem Kärntner passte optimal zusammen. Eine weitere Gruppe aus Vorarlberg mit "deutscher Unterstützung", sowie eine sportliche Gruppe aus dem Schwabenlande komplettierte die deutschsprechende "Übermacht" in Blue River.

Die Reise dauert ewig, im Flugzeug frage ich mich, ob sich dieser Aufwand überhaupt für eine Woche lohnt, beim Einchecken in die gemütlichen Blockhäuser in Blue River sind alle ziemlich geschlaucht, wir holen uns die "fetten" Tiefschneeskier, lassen die Sicherheitsinformationen über uns ergehen, genießen das herrliche Dinner und fallen bald ins Bett........

Sonntagmorgen: Alle Strapazen sind vergessen- Sonne und ca. 30- 40 cm Neuschnee! Ein Riesenglück für den ersten Tag, da ich weiß, wie wichtig es ist, wenn der erste Tag ideale Bedingungen bringt. Nach der kurzen Übung mit den "Lawinenpiepsgeräten" und einer Helicoptereinführung geht es um ca. 9.30 Uhr das erste Mal bergwärts. In wenigen Minuten bringt uns der wohl "bequemste und schnellste Lift" auf den ersten Gipfel (ca. 2.600 Metern Seehöhe). Wir steigen voller Vorfreude in den hüfttiefen Pulver hinaus, der Helicopter wirbelt den federleichten Schnee gewaltig auf. Eng zusammengekauert warten wir, bis der Hubschrauber abhebt, um die nächste Gruppe im Tal abzuholen.

Ein seltsames Gefühl überkommt mich: Wir stehen hier in einer riesigen menschenleeren Bergwelt (Wiegele´s Gebiet ist so groß wie ganz Tirol) mit gigantischen Schneemengen und einer unbe-schreiblichen Menge an Abfahrtsmöglichkeiten. Es ist für mich ein Mischgefühl zwischen Respekt und Faszination vor dieser Natur und der Freude am Tiefschneeschilauf - schwer zu beschreiben.

Unser Schiführer gibt klare Anweisungen ("7 Schwünge Abstand, an meine Spuren anreihen!"), dann beginnt das Vergnügen. Der Hang ist mittelsteil, gerade richtig zum Einfahren und scheint unendlich lang zu sein. Man kriegt gleich Selbstvertrauen, findet den Rhythmus, legt alle Hemmungen ab und schwebt hinunter. Bis zum Lunch im Gelände haben wir bereits 5 Abfahrten hinter uns gebracht. Der Helicopter bringt uns Suppe, Tee und eine ordentliche Jause. Nach der kurzen Mittagspause (ca. halbe Stunde) geht es schon wieder bergwärts. Wenn man schon am ersten Tag Abfahrten wie "Paradise I, Soft Cotton, Early Basket und Cedar" macht, welche Steigerungen gibt´s da noch?

Es gibt sie: In der Nacht schneit es wieder, der 2. und 3. Tag sind zwar stark bewölkt und es schneit zwischendurch heftig, aber die Schneequalität zwischen den Bäumen ist einfach unbeschreiblich. Wenn wir über die steilen Waldhänge hinunterfliegen, höre ich, wie einer schreit: "Das glaubt uns zuhause sowieso keiner!"

Am Mittwoch Abend haben wir bereits über 100.000 feet. Alle wollen natürlich weiterfahren. Donnerstag und Freitag sind zwei Tage, die ich nicht vergessen werde : Ca. minus 25 Grad Celsius, strahlend blauer Himmel, Eiskristalle lassen die Natur märchenhaft erscheinen, kein Wind, und Mike persönlich als Leadguide unser Führer --- Herz, was willst Du mehr. Das gibt es in Europa einfach nicht!!!

 

Wir kommen alle wieder!!!(spätestens in 2 Jahren).

Ein begeisterter Heliskifahrer